Rubrik

Neueste GEDICHTE

ABWEGIG

Nicht jedes steilstück ertragen bis ins abwegige an aufopferung bevor schweiß zu blut gerinnt sei dein eigener träger beim entschultern alles machbare ist zu meiden wenn zweifel umlächelt wird

VOR ALLER EMPFÄNGNIS

Vom himmel verschont enden kein pferdefuß kommt mich holen und nirgendwo engelsgesichter ums leben wird es mir leid tun bin immer gerne aufgewacht über vergänglichkeit zu spotten unsterblich leichtfertig heimwärts geht es ohne gnade beruhigend vertraut ins ewige vor aller empfängnis zeit

NICHT GLAUBEN MÜSSEN

Diese tiefe scheint leer sediment nur und undurchsichtigkeit aufgewühlt vom gründeln doch spare kein lot strecke ins lichtlose die fühler jeden grund zu tasten ich will die welt wissen den zauber verstehen kein wunder glauben müssen

VON OBEN HERAB

Von oben herab versetzte berge im eifer losgetreten um zur menschheit zu bersten vision und mission über sich selbst verzückt beim blick in klares wasser wann warst du je im tal am boden der welt wo uns sisyphus trümmer kehrt?

ABSCHIED

Liebenswerte ordnen die ewig geritzten schwüre aus ihren kerben lösen keinen frühling an herbstrinde suchen wie reine wahrheit altgewordenes entkorken

HUTGELD

Ein seiltanz erfahrung zwischen pirouette und fall entfesselnd verstrickt so sehr du aufmerksamkeit jonglierst nummer an nummer zum nervenkitzel empor es wirft dich zurück für applaus verrenkt kopf und kragen überschlagen mit hutgeld abgespeist

WUNDERBAR VERWUNDBAR

Selbstbild bleiben wunderbar verwundbar sich immer wieder neu finden hinter getönten scheiben keiner flucht wohin folgen in asselritzen kriechen oder moder dein sehnen nach schleier und schattenseiten trag es unverneigten hauptes ans licht

DON QUIJOTE

Anfällig für einfaches auch trugbilder genießen von deren schwindel liebkosen lasssen im fadenschein der furcht ein gehen und kommen dieses nichtbleibenwollen dein vergeltender zwang nach vergebung weil du nicht anders bist so wie jeder auch gerüstet kannst du niemandem fremd sein

ZUM WENDEPUNKT

Im wandel bleiben stillständig häuten bis zum wendepunkt unbehagen abstreifen sich selbst im schilde führen in beharrlichkeit gerüstet sein standbein entwurzeln zur sprungfeder lockern

ENDSIEG

Große welt sollst du schultern mit blähbrust trommeln und töne lauthals spucken auf dich wird gesetzt teuerste hoffnung dem sieg ans ende zieh selbstlos dorthin wage nie zu enttäuschen spiel den held

LANDGANG

Zum landgang anlegen in streifzügen über das ufer atmen und behutsam bleiben fremde werte würdigen von innen her heimisch fühlen berührt sein ohne zu tasten bei anstand sein nicht ureigenes enteignen reife begreifen

UNSERE SPANNE

Spurlos zur vergänglichkeit kaum mehr leben als bleibt und nirgendwie auferstehung der tod ist die wiege bestimmung und ursprung danach wie davor in gottloser ahnung unsere spanne ist licht sinnlichkeit ohne sinn die einzige möglichkeit liebe zu verschwenden

AUS GUTEM GRUND

Aus gutem grund schweben über tragweiten hinweg mit anstand abstand nehmen von allgemeinsein und bodensatz der unkenntlichkeit gesicht geben abheben wie hervortreten den ersten schritt tun in vielleicht letzter sekunde wagen über vielerlei schatten springen

NEBENANGESCHREI

Von nebenangeschrei bewegt entsilbt sich das schweigen möchte durch wände fahren gehitzte worte schmettern bis jedes stockwerk zittert hellhörig sind geheimnisse in ahnungsloser gewissheit uneigen jedermanns lärm der seelenruh beraubt und antwehrlos wo immer es aufbebt sind neue fragen überfluss

SPURTREU

Ein leben entlang jahre zueinander wandern spurtreu biegung sein wem auch immer nie blauäugig folgen

FINGERKREUZ

Kein fingerkreuz in der hinterhand verhandelbar bleiben für neues sich nie im schwur verlieren an gedenktafeln nicht abspeisen lassen mit rührsal und namenslist dem steinigen brot der erinnerung sei redlich angewidert von guter alter zeit