Rubrik


« |Home | »

LIED VOM LOCHGESICHT

Irgendwann ist es vorbei, ich bleib einfach liegen,
dann gebt euch keine Mühe, mich nochmal wach zu kriegen.
Ich strecke meine Zunge raus, vielleicht der Welt zum Hohn,
schleich mich – wie ein gemeiner Wicht – meiner Pflicht davon.

Die Kälte legt sich mir ins Bett, lässt meine Träume schwinden,
haucht den letzten Atem aus und so wird man mich finden.
Man steckt mir meine Zunge rein, schminkt mich noch mal schön,
dann heißt es Abschied nehmen. Ich brauch nicht selbst zu gehen.

Ihr Freunde gebt mir zum letzten Mal Geleit.
Ich fürchte, dieser Weg ist kurz und eine Ewigkeit.
Man wirft mir Blumen hinterher und eine Schaufel Sand,
ein feuchter Blick, ein letzter Gruß. Habt ihr mich je gekannt?

Ihr werdet mich noch kennen lernen, noch bin ich nicht so weit,
hier auf dieser schönen Welt mach ich mich noch etwas breit.
Ich singe was das Zeug hält und auch dann wenn es zerbricht,
singe ich noch weiter, weil mich der Hafer sticht.

Mich kriegt er nicht, ich bin kein Wicht, ich machs ihm nicht bequem.
Keiner soll mich schminken, ich will nicht lächelnd gehen.
Ich spuck ihm in sein Lochgesicht und mach mich schwer beim Tragen,
wenn mich der Tod mal haben will, dann muss er sich schon plagen,

Wenn mich der Tod mal haben will, dann muss er mich erst suchen,
vielleicht beim Wirt und einem Bier, vielleicht beim spöttisch Fluchen,
vielleicht bei einer schönen Maid, die mich gerade liebt
und alles, wirklich alles, für diese Liebe gibt.

Themen: Diverse LIEDER |