Rubrik


« |Home | »

KLAGELIED VOM ENDE DER WEISHEIT

Die Axt gewetzt. Mit junger Hand
und flinkem Schlag trifft es den Stamm,
kerbt ein das Holz. Die Jahresringe
splittern, bis der Schnitt getan.

So fällt der Alte. Seine Blätter
– beschrieben über Jahr und Tag –
nehmen mit dem Rauschen
ein Geheimnis in ihr Grab.

Ein frischer Wind. Der Weisheit Schluss,
wo reife Äste wirr sich zweigten,
wo selbst Gewürm ein Astloch fand,
sich Moos und Flechten zeigten.

Themen: LYRIK bis 2014 / 3 |