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VOM ERNST DES ZEIGEFINGERS

Ihr Kinder von der Hinterbank,
zieht euch an dem selben Strang,
aufgehenkt nach Noten.
Ein Erster kann nie Letzter sein,
drum findet euch am Weiher ein
und springt, die Tiefe auszuloten.

Denkt nicht groß, sagt auf genau,
den Reim vom Dichter Strehlenau*:

„Wer glaubt, gehorcht, des Fragens sich bescheidet,
als frommes Kind sein Plätzchen Wiese weidet,
dem wird wohl nimmer mit dem Futtergrase
die Wahrheit freundlich wachsen vor die Nase.“

Dehnt das „W e i d e t“ in die Länge,
betont das „Futtergrase“ streng
im Sprachchor, wie es sich gehört.
Zählt haarklein der Lieder Stimmen
und ob die Versmaßtakte klingen,
dass der Reim Lektionen stört.

Ein Erster kann nie Letzter sein,
drum findet euch am Weiher ein
und springt, die Tiefe auszuloten.
Ihr Kinder von der Hinterbank,
zieht euch an dem selben Strang,
aufgehenkt nach Noten.

(* Nikolaus Franz Niembsch, Edler von Strehlenau, bekannt als Nikolaus Lenau)

Themen: LYRIK bis 2014 / 3 |