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DER NEUANKÖMMLING

Setzt nicht über, dieser Fluss
schwillt an. Es droht ein Regenguss,
der überfällig fallen muss.
Ein Ruder dreht dann tonnenschwer,
das Floß zu meiden, rät man sehr.
Wir würden bleiben, junger Herr!

Unsre Brücke trägt Euch nicht,
das Strebenholz ist Schwamm und bricht
– sogar bei Minimalgewicht.

Kein Quartier nehmt hier vor Ort,
zu nah am Ufer ist kein Hort,
die Welle kommt, reißt alles fort.
Der Turm am Berg? Burg Feuerstein!
Ein Blitz schlägt stets dort oben ein,
von diesem Fluch kann nichts befrein.

Unsre Brücke trägt Euch nicht,
das Strebenholz ist Schwamm und bricht
– sogar bei Minimalgewicht.

Nirgends Schutz, drum höret gut:
Hängt an den Nagel Stock und Hut,
verlernt bei uns den Lebensmut.
Wir sind schon alt und zu beerben.
Wollte Ihr nicht, weil wir kläglich sterben,
der nächste Unkenzüchter werden?

Themen: LYRIK bis 2014 / 3 |